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Devisen Rohstoffe Finanzen Investor FAZ Devisen Norwegische Krone auf Jahreshoch zum Euro

DevisenNorwegische Krone auf Jahreshoch zum EuroWer in Frühjahr norwegische Kronen gegen Euro gekauft hat, kann sich freuen. Seinerzeit war eine Krone gut elf Cent wert, aktuell kostet sie 12,3 Cent. Mithin hat die Krone aus dem Land von Prinz Hakan und Mette-Marit seit dem Frühjahr um rund zehn Prozent aufgewertet. Binnen Jahresfrist hat sie indes lediglich 1,1 Prozent zum Euro gutgemacht. Das liegt an dem Schwächeanfall, der Anfang Dezember vergangenen Jahres begann und eben bis zum Frühjahr andauerte. Diese zwischenzeitliche Abwertung im Zuge mehrerer Leitzinssenkungen verdirbt der Krone die Jahresbilanz.Doch in den vergangenen Monaten hat sie nicht nur an Wert zugelegt, sondern auch im September ihren Abwertungstrend durchbrochen - und am Freitag ein neues Jahreshoch zur europäischen Gemeinschaftswährung markiert, das sie zu Wochenbeginn auf 8,097 Kronen ausbaute, bevor sie auf 8,1036 zurückfiel. Das bisherige Jahreshoch lag bei 8,11 Kronen im Mai. Zwar macht die Notenbank keine Anstalten, ihre Geldpolitik zu ändern und den Leitzins zu erhöhen. Doch auch so zeigt sich die Krone zunehmend robust. Sie profitiert bisher von der starken Nachfrage nach Rohöl, dem Anwachsen des Öl-Fonds, mit dem der staatliche Haushalt unterstützt werden kann, und nach Aktien an der Osloer Börse.Zehnmal die Zinsschraube gelockert...Die Währungshüter von der Norges Bank haben seit Dezember 2002 bis zum März dieses Jahres zehnmal die Zinsschraube lockerer gedreht. Seitdem zeigt sie sich geduldig: Der Leitzinssatz steht bei 1,75 Prozent. Er ist damit aktuell um 25 Basispunkte niedriger als in Euroland in Amerika, aber der Stärke der Krone gegenüber dem Euro und dem Dollar keinen Abbruch.Unterstützung von den Notenbankern braucht die Krone derzeit mithin auch nicht. Norwegen sieht derzeit eine Phase von beneidenswert robustem Wachstum bei schwachem Preisauftrieb. Die Norges Bank hat zu Monatsbeginn ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 4,5 Prozent bestätigt und ihre Schätzung für 2005 auf vier Prozent und für 2006 auf 3,5 Prozent angehoben. Dabei stellt die Inflation aber kein Problem dar. Zwar ist sie im September auf 1,1 Prozent nach 1,0 Prozent im August gestiegen. Aber das von der Norges Bank bevorzugte Inflationsmaß - der Verbraucherpreisindex ohne Steuern und Energie - blieb einem Plus von 0,5 Prozent. Die Notenbank geht davon, daß der Preisauftrieb erst 2007 das Zielmaß von 2,5 Prozent erreicht.Norwegen hat dabei den Vorteil, selbst Ölproduzent zu sein. Zudem dämpft der Anstieg der Krone die Importkosten. Gleiches gilt für den Ausblick auf die erwartete Inflation, wie Notenbank-Vize-Gouverneur Jarle Bergo zu Bloomberg News sagte. Zudem sei die Produktivität gestiegen, wodurch der Lohn- und Preisdruck im Zaum gehalten werde....doch der Trend spricht für eine AufwertungMorgan Stanley äußert sich grundsätzlich „bullish“ zur norwegischen Krone. Weil das Land einen Teil der Einnahmen aus dem Ölfonds für den Haushalt verwende und damit seine Verschuldung eindämme, dürfte die Krone tendenziell eine starke Währung bleiben. Zudem trägt die hohe Nachfrage nach Öl dazu bei, die Krone zu stützen. Gleiches gilt für Käufe am norwegischen Aktienmarkt, da dadurch automatisch die nationale Währung gekauft wird; ähnliches gilt für die Schweden-Krone. Das dürfte umgekehrt heißen: Wenn sich der Ölmarkt entspannt und die Attraktivität norwegischer Aktien nachläßt, könnte auch die Krone wieder unter Druck geraten.Mittelfristig sieht es aber auch wegen der bevorstehenden kalten Jahreszeit in Nordamerika und Europa eher nach einem weiteren Vormarsch aus. Aus technischer Sicht müßte die norwegische Währung das bei 8,0768 stehende Hoch vom Dezember vergangenen Jahres nehmen, um sich weiteres Kurspotential zu eröffnen. Danach wäre 8,0206 aus dem September 2003 die nächste Orientierungsmarke.Die DZ Bank rechnet mittelfristig mit einem Erstarken der Krone. Sie geht von wieder anziehenden Kapitalmarktrenditen aus, die die nordische Devise stärken sollten. „Auf Sicht von einem Jahr gehen wir von einer weitgehenden Seitwärtsentwicklung der Krone um die Marke von 8,20 Kronen aus.“Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.Text: @thwiDevisenNorwegische Krone auf Jahreshoch zum EuroWer in Frühjahr norwegische Kronen gegen Euro gekauft hat, kann sich freuen. Seinerzeit war eine Krone gut elf Cent wert, aktuell kostet sie 12,3 Cent. Mithin hat die Krone aus dem Land von Prinz Hakan und Mette-Marit seit dem Frühjahr um rund zehn Prozent aufgewertet. Binnen Jahresfrist hat sie indes lediglich 1,1 Prozent zum Euro gutgemacht. Das liegt an dem Schwächeanfall, der Anfang Dezember vergangenen Jahres begann und eben bis zum Frühjahr andauerte. Diese zwischenzeitliche Abwertung im Zuge mehrerer Leitzinssenkungen verdirbt der Krone die Jahresbilanz. Doch in den vergangenen Monaten hat sie nicht nur an Wert zugelegt, sondern auch im September ihren Abwertungstrend durchbrochen - und am Freitag ein neues Jahreshoch zur europäischen Gemeinschaftswährung markiert, das sie zu Wochenbeginn auf 8,097 Kronen ausbaute, bevor sie auf 8,1036 zurückfiel. Das bisherige Jahreshoch lag bei 8,11 Kronen im Mai. Zwar macht die Notenbank keine Anstalten, ihre Geldpolitik zu ändern und den Leitzins zu erhöhen. Doch auch so zeigt sich die Krone zunehmend robust. Sie profitiert bisher von der starken Nachfrage nach Rohöl, dem Anwachsen des Öl-Fonds, mit dem der staatliche Haushalt unterstützt werden kann, und nach Aktien an der Osloer Börse. Zehnmal die Zinsschraube gelockert. . . Die Währungshüter von der Norges Bank haben seit Dezember 2002 bis zum März dieses Jahres zehnmal die Zinsschraube lockerer gedreht. Seitdem zeigt sie sich geduldig: Der Leitzinssatz steht bei 1,75 Prozent. Er ist damit aktuell um 25 Basispunkte niedriger als in Euroland in Amerika, aber der Stärke der Krone gegenüber dem Euro und dem Dollar keinen Abbruch. Unterstützung von den Notenbankern braucht die Krone derzeit mithin auch nicht. Norwegen sieht derzeit eine Phase von beneidenswert robustem Wachstum bei schwachem Preisauftrieb. Die Norges Bank hat zu Monatsbeginn ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 4,5 Prozent bestätigt und ihre Schätzung für 2005 auf vier Prozent und für 2006 auf 3,5 Prozent angehoben. Dabei stellt die Inflation aber kein Problem dar. Zwar ist sie im September auf 1,1 Prozent nach 1,0 Prozent im August gestiegen. Aber das von der Norges Bank bevorzugte Inflationsmaß - der Verbraucherpreisindex ohne Steuern und Energie - blieb einem Plus von 0,5 Prozent. Die Notenbank geht davon, daß der Preisauftrieb erst 2007 das Zielmaß von 2,5 Prozent erreicht. Norwegen hat dabei den Vorteil, selbst Ölproduzent zu sein. Zudem dämpft der Anstieg der Krone die Importkosten. Gleiches gilt für den Ausblick auf die erwartete Inflation, wie Notenbank-Vize-Gouverneur Jarle Bergo zu Bloomberg News sagte. Zudem sei die Produktivität gestiegen, wodurch der Lohn- und Preisdruck im Zaum gehalten werde. . . . doch der Trend spricht für eine AufwertungMorgan Stanley äußert sich grundsätzlich „bullish“ zur norwegischen Krone. Weil das Land einen Teil der Einnahmen aus dem Ölfonds für den Haushalt verwende und damit seine Verschuldung eindämme, dürfte die Krone tendenziell eine starke Währung bleiben. Zudem trägt die hohe Nachfrage nach Öl dazu bei, die Krone zu stützen. Gleiches gilt für Käufe am norwegischen Aktienmarkt, da dadurch automatisch die nationale Währung gekauft wird; ähnliches gilt für die Schweden-Krone. Das dürfte umgekehrt heißen: Wenn sich der Ölmarkt entspannt und die Attraktivität norwegischer Aktien nachläßt, könnte auch die Krone wieder unter Druck geraten. Mittelfristig sieht es aber auch wegen der bevorstehenden kalten Jahreszeit in Nordamerika und Europa eher nach einem weiteren Vormarsch aus. Aus technischer Sicht müßte die norwegische Währung das bei 8,0768 stehende Hoch vom Dezember vergangenen Jahres nehmen, um sich weiteres Kurspotential zu eröffnen. Danach wäre 8,0206 aus dem September 2003 die nächste Orientierungsmarke. Die DZ Bank rechnet mittelfristig mit einem Erstarken der Krone. Sie geht von wieder anziehenden Kapitalmarktrenditen aus, die die nordische Devise stärken sollten. „Auf Sicht von einem Jahr gehen wir von einer weitgehenden Seitwärtsentwicklung der Krone um die Marke von 8,20 Kronen aus. “Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F. A. Z. -Redaktion wieder. Text: @thwi.

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